Sieht eine Kellerwand so aus, wie auf den Fotos, gerät man als Hausbesitzer in Panik und ruft den
Bautenschutz-Fachmann. Doch halt - diese "Bauschäden" sind künstlich herbeigeführt. Nun werden Sie fragen: Was hat das für einen Sinn? Nehmen
wir einmal an, Sie richten sich einen zünftigen Weinkeller ein oder gar eine Weinhandlung. Dann sollte alles doch "echt antik" aussehen, schon
der Stimmung wegen.
Gehen Sie bitte so vor, wenn Sie eine neue Ziegelwand antikisieren wollen:
Schneiden Sie sich eine Hartschaumplatte zurecht, die Kanten möglichst etwas ausgefranst. Kleben Sie diese Platte mit doppelseitigem
Teppichklebeband auf die Klinker. Sie können die Platte auch in den Fugen festnageln.
Stellen Sie Töpfe mit brauner, schwarzer und weißer Wandfarbe bereit.
Verputzen Sie die Wand und ziehen Sie den Putz auch über die Hartschaumplatten; er wird dort nicht haften, aber das soll er ja
auch nicht.
Auf den feuchten Putz tragen Sie nun farbige Streifen auf. Das ist dieselbe Technik, die die Fresko-Maler des Mittelalters angewendet
haben. Die Farbe wird unterschiedlich verlaufen - das ist Absicht!
Wenn der Putz trocken ist, können Sie die Hartschaumplatte entfernen und schon haben Sie eine antike Wand.
Wollen Sie (Foto rechts) den Eindruck vermitteln, dass die Ziegelwand von Kalk-"Ausblühungen" überzogen ist, so streichen Sie zuerst
die Wand mit stark verdünnter weißer Dispersion "streifig" an. Sobald die Farbe trocken ist, verfahren Sie wie geschildert - allerdings wird
Teppichklebeband auf der Farbe nicht halten bzw. die Farbe mit abziehen, wenn Sie die Hartschaumplatte entfernen. In diesem Fall also müssen
Sie die Platte festnageln.
Der gute Rat: Sollte Ihnen die "Malerei" nicht auf Anhieb gelingen, dann eben
den noch feuchten Putz entfernen und neu verputzen.
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