Schleifen mit der Hand oder der Maschine |
| Handschliff mit Schleifpapier und Schleifklotz oder Schleifen mit einer Maschine? Diese Frage stellen sich
viele Heimwerker, wenn Sie Ihre Gartenmöbel auf Vordermann bringen oder alten Lack von den Treppenstufen entfernen wollen. Das
Schleifen mit der Hand ist sicherlich billiger. Auch der feine Zwischenschliff läßt sich beim Handschliff besser steuern. Bei
komplizierten Flächen kommt man mit der Hand häufig ebenfalls schneller voran. Doch sollen große Flächen geschliffen oder rohe
Holzoberflächen geebnet werden, stößt man bald an seine Grenzen - eine Maschine muß her. Viele Schleifmaschinen arbeiten mit Schleifpapier. Das Schleifpapier wird entweder geklemmt, geklettet oder geklebt. Das Klemmen von Schleifpapier ist heute kaum mehr üblich. Viel praktischer ist die Klettverbindung, da das Schleifpapier sehr schnell gewechselt werden kann. Bei teilweiser Abnutzung kann es zudem gedreht und die Standzeit somit erhöht werden. Bei größeren Schleiftellern wird die Klettverbindung meist durch selbstklebendes Schleifpapier ersetzt. Durch Reibung gehalten werden wiederum die Schleifbänder von Bandschleifern. Die Schleifscheiben bei Winkelschleifern schließlich schraubt man fest. Zwei Schleifmaschinen wurden nun bereits genannt. Weitere gebräuchliche Maschinen sind Schwingschleifer, Exzenterschleifer und Deltaschleifer. Neben diesen Heimwerker-Maschinen gibt es noch Profi-Schleifmaschinen. Mit denen werden Estriche glattgehobelt, Kleberreste heruntergeholt und Parkett geschliffen. Man unterscheidet beispielsweise Einscheiben-, Dreischeiben- oder Randschleifmaschinen. Diese Geräte kann man auch leihen. Mit stationären Maschinen arbeitet man in Schreinereien oder anderen holzverarbeitenden Firmen. Verwendete Geräte sind Langband-, Breitband- und Kantenschleifmaschinen. |
Bandschleifer |
Mit
dem Bandschleifer können innerhalb kürzester Zeit große Flächen plangeschliffen werden. Allerdings besteht dabei die Gefahr, daß bei
ungleichmäßiger Führung Furchen in das Werkstück geschliffen werden. Daher sollte bei breiteren Werkstücken die Fläche leicht schräg
zur Maserung abgefahren werden. Im Vergleich zu den anderen Schleifmaschinen bringt der Bandschleifer die höchste Flächenleistung.
Ebenes Holz, Balken und Bretter können in mittlerer und grober Schliffgüte geschliffen, Stahlblech entrostet werden. Ein geschlossenes
Schleifband wird von der Maschine mit etwa 200 bis 400 Metern pro Minute bewegt. Bei stationärer Verwendung des Bandschleifers können
auch kleinere Werkstücke und Leisten bearbeitet werden. In das Gehäuse ist häufig ein Zweithandgriff für die unterstützende Führung
integriert. Ein mitgelieferter Staubfangsack bewirkt sauberes und staubarmes Arbeiten. |
Winkelschleifer |
Nur sehr grobe
Schleifarbeiten sind mit dem Winkelschleifer möglich. Mit einer Rotationsgeschwindigkeit von |
Schwingschleifer |
Geringe
Abtragsleistungen mit einem feinen Schliffbild erzeugen Schwingschleifer. Sie sind daher nur für den Feinschliff geeignet.
Schwingschleifer haben eine rechteckige Schleifplatte, die in Schwingung versetzt wird. Zum Schleifen führt man die Schleifmaschine in
kreisenden Bewegungen über das Werkstück. Auf der Schleifplatte wird ein Schleifpapier befestigt, das je nachdem, ob Holz, Metall oder
Lack geschliffen werden soll, unterschiedlich beschichtet ist. Welches Schleifpapier für welches Material geeignet ist, erfahren Sie
hier. Für eine sehr feine Schliffgüte kann bei einem Schwingschleifer ein Schleifvlies verwendet
werden. Es gibt auch Modelle mit Staubabsaugung, die ein sauberes Arbeiten ermöglichen. |
Exzenterschleifer |
Beim Exzenterschleifer
dreht und bewegt sich die runde Schleifscheibe gleichzeitig hin und her. Dabei führt sie eine exzentrische Bewegung aus. Diese
Schleifmaschine liefert eine gute Abtragsleistung und ein feines Schliffbild zugleich. Vor allem auch gewölbte Flächen lassen sich
sehr gut schleifen. Dabei ist es der Maschine egal, ob es sich um Holz, Lack oder Metall handelt - die Wahl des richtigen
Schleifpapiers vorausgesetzt. Für Heimwerker, die sich nur eine Schleifmaschine zulegen möchten, ist der Exzenterschleifer daher
ideal. Er bietet das beste Verhältnis zwischen Abtragsleistung und Oberflächengüte. Geschliffen wird in kleinen, ovalen Bewegungen.
Dabei darf nicht zu stark auf das Gerät gedrückt werden, da sich der doppelt gelagerte Schleifteller sonst nicht frei bewegen kann
und es zu unnötigen Schleifriefen kommt. Bei Einsatz des richtigen Schleifpapiers reicht normalerweise schon das Gewicht des Geräts
aus, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. |
Deltaschleifer |
Der
Deltaschleifer hat seinen Namen der Form des Schleiftellers zu verdanken, der dem griechischen Buchstaben Delta (?) nachempfunden ist.
Die Schleifplatte hat drei gleichgroße, konvex gebogene Seitenkanten. Sind die Kanten gerade, wird er auch als Dreieckschleifer
bezeichnet. Deltaschleifer arbeiten wie Schwingschleifer, sind jedoch wegen der Form und der Größe des Schleiftellers Spezialisten für
Ecken und Winkel. Auch schwer zugängliche Flächen, z.B. Lamellen von Fensterläden, können mit einem Delta-Schleifer und einer
entsprechenden Verlängerung bearbeitet werden. |
Tellerschleifer |
Mit
Tellerschleifer werden unterschiedliche Geräte bezeichnet. Ein Tellerschleifer kann, wie auf der Abbildung zu sehen, ein
Handschleifgerät sein. Es gibt jedoch auch stationäre Tellerschleifmaschinen und welche mit denen man Parkett schleifen kann.
Diese sind wesentlich größer und haben einen oder drei Teller. Dementsprechend werden sie auch Einscheiben- oder
Dreischeiben-Schleifmaschinen genannt . Der runde Schleifteller ist bei allen Geräten jedoch gleich. Bei der Handschleifmaschine
dreht sich der Schleifteller nur und bewegt sich nicht noch zusätzlich. Durch die Drehbewegung erreicht man eine hohe Abtragsleistung.
Das Gerät wird verwendet zum Entfernen von Anstrichen und Lackresten, Planschliffe sind damit allerdings nur schwer herzustellen. Der
Exzenterschleifer eignet sich hierfür besser. |
Einscheiben-SchleifmaschineEin Alleskönner ist die Einscheiben-Schleifmaschine. Für Grobarbeiten wie das Schleifen von Beton oder Estrichen ist sie ebenso geeignet wie für den Fein- und Lackzwischenschliff von Parkett - je nachdem, welche Schleifscheibe eingesetzt wird. Auch Naturstein läßt sich mit der Einscheiben-Schleifmaschine schleifen. Sie ist ein Tellerschleifer, das heißt sie hat einen runden, rotierenden Schleifteller. |
Dreischeiben-Schleifmaschine |
Auch die Dreischeiben-Schleifmaschine ist als Allround-Maschine zu betrachten. Sowohl Holzböden als auch Natursteinböden lassen sich mit der Maschine schleifen. Sie ist leistungsstärker als die Einscheiben-Schleifmaschine und zeichnet sich durch die meist vorhandene Kontrarotation der drei Schleifteller mit einem hervorragendem Schleifbild aus. Die Maschine wird von der Unterbodenbehandlung über den Grob- und Planschliff bis zum Mittel-, Fein- und Polierschliff eingesetzt. |
Randschleifmaschine |
Überall dort, wo
Einscheiben- oder Dreischeiben-Schleifmaschinen nicht mehr hinkommen, wird die Randschleifmaschine eingesetzt. Sie eignet sich
aufgrund ihres geringen Eigengewichts und ihrer Wendigkeit für das Schleifen von Holztreppen, Rändern, Ecken und der Heizkörperbereiche
von Holzböden. Ein solches Spektrum läßt sich allerdings nur abdecken, da es verschiedene, leicht austauschbare Aufsätze gibt. Aufgrund
ihrer universellen Einsatzmöglichkeiten ist die Randschleifmaschine sowohl im professionellen Bereich, als auch im Vermietsektor
geschätzt. |
Walzenschleifmaschine |
Die ersten Schleifmaschinen zum Schleifen von Parkett waren Walzenschleifmaschinen. Sie sind robust und leicht zu handhaben. Als Schleifmittel werden bei dieser Schleifmaschine Endlosbänder verwendet. Es ist also kein lästiges Einspannen von Schleifblättern nötig. Sie ist geeignet zum Abschleifen von alten und neuen Holzfußböden. Dieser Maschinentyp ist bedienerfreundlich und wird deshalb gerne als Leihmaschine eingesetzt, neigt jedoch bei unsachgemäßer Handhabung zum Wellenschliff. |
Schleifmaschinen für die Schreinerei |
Langbandschleifmaschine |
| Die Langbandschleifmaschine ist eine große, stationäre Schleifmaschine. Geschliffen wird mit einem endlosen
Schleifband mit einer Länge von 7 m bis 8 m und einer Breite von 15 cm. Das Schleifband wird zwischen zwei Rollen eingespannt, wobei
eine Rolle mit dem Antriebsmotor verbunden ist. Das Schleifband läßt sich unterschiedlich fest spannen. Ist es elastisch gespannt,
können auch leicht gewölbte Werkstücke geschliffen werden. Eine weniger elastische Spannung eignet sich für Flächenschliffe. Ebenfalls
eine Langbandschleifmaschine ist die Doppelbandschleifmaschine, bei der zwei Schleifbänder nebeneinander angeordnet sind. Vorschliff
und Feinschliff können so ohne Bandwechsel durchgeführt werden. Manche Maschinen haben eine Sprüheinrichtung zum Naßschliff von Lacken
oder Kunststoffen. Dabei wird das laufende Schleifband mit Schleifflüssigkeit benetzt und entstehender Schleifschaum sofort abgespült.
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Kantenschleifmaschine |
| An dieser stationären Schleifmaschine werden Furnier- und Massivholzkanten geschliffen. Die Kanten können
gerade, schräg oder geschweift sein. Bearbeitet werden die Kanten meist vor dem Flächenschliff. Ein endloses Schleifband läuft über
zwei senkrecht gelagerte Schleifbandrollen. Der Arbeitstisch läßt sich in Höhe und Neigung zum Schleifband verändern. Lange, gerade
Werkstücke werden am Schleifband entlanggeschoben, kurze gerade Werkstücke werden in ihrer gesamten Länge an das Schleifband gedrückt.
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Breitbandschleifmaschine |
| Zum Schleifen von Vollholzflächen, rohen und furnierten Holzwerkstoffen sowie lackierten Oberflächen eignet
sich die Breitbandschleifmaschine. Bei dieser stationären Maschine sind waagrecht ein oder mehrere endlose Schleifbänder untergebracht.
Die Schleifbänder können eine unterschiedliche Körnung besitzen, so daß unterschiedliche Schliffe in einem Durchgang gemacht werden
können. Die Schleifbänder oszillieren während des Schleifvorgangs. Dies erhöht die Schleifqualität und verhindert ungleichmäßige
Abnutzung der Bänder. Holzwerkstoffe sind häufig unterschiedlich dick. An der Breitbandschleifmaschine können sie auf eine einheitliche
Dicke geschliffen werden. Durch Schleifen mit unterschiedlichem Anpressdruck läßt sich zudem die Oberflächengüte beeinflussen.
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