Zu Zeiten unserer Großeltern waren Holzfußböden der Standard in unseren Häusern. Unsere Eltern wollten natürlich
alles anders machen und entschieden sich für Kunstfaserteppiche - und ärgern sich mittlerweile maßlos darüber.
Wenn nicht irgendwelche chemischen Ausdünstungen für rätselhafte Krankheiten und Allergien sorgen, dann machen
dies spätestens die Hausstaubmilben. Die setzen sich in den Kunststofffasern fest und werden beim Staubsaugen
erst richtig in die Atemwege gewirbelt. Nun werden die Teppiche nach und nach wieder gegen Parkett ausgetauscht.
Dies liegt nicht allein an der triefenden Nase, sondern vielmehr an der eleganten Optik, Robustheit und
Pflegeleichtigkeit von Parkett. Wer sich einen vollflächig geklebten Parkettboden ins Haus legt, kann zudem mit
einer Haltbarkeit von 40 Jahren rechnen. Die Entwicklung ist natürlich auch vor Holzfußböden nicht
stehengeblieben. Wurden früher meist massive Holzdielen auf eine Holzbalkendecke genagelt, stehen heutzutage
zahlreiche Systeme und Parkettarten zur Verfügung, auch neue Holzsorten sind hinzugekommen.
Es dominieren zwar weiterhin die hellen Hölzer wie Buche, Ahorn oder Birke, gleichwohl nimmt das Interesse an
warmen braun- und Rottönen sowie an Strukturen bei den Holzarten wieder zu. Davon profitieren bei den
europäischen Holzarten vor allem Eiche und Kirsche. Auch verschiedene tropische Holzarten wie Jatoba oder
Kambala sind im Vormarsch, soweit diese aus bewirtschafteten und zertifizierten Wäldern stammen. Weiterhin sind
die dunklen bzw. rötlichen Farbtöne auch durch Bearbeitungen wie Dämpfen oder Räuchern zu erreichen. Beides ist
im übrigen gesundheitlich unbedenklich. Wer es etwas rustikaler und auf alt getrimmt haben möchte, der kann
sein Parkett auch mit Wurmlöchern bekommen. Die Holzwürmer sind natürlich nicht inklusive.
Bei den Verlegesystemen sind vor allem die im Kommen, die vom Heimwerker ohne Probleme selbst verlegt werden
können. Namentlich sind das die Böden, bei denen die Verbindung der Elemente mechanisch erfolgt ("leimlos"
oder "Klicksystem"). Beim Laminatboden liegt der Anteil bereits bei über 90 Prozent. Bei Dreischicht-Parkett und Landhausdielen dürfte
der Anteil inzwischen bei 25 bis 30 Prozent liegen mit steigender Tendenz. Das gilt, wie bereits erwähnt, vor
allem für Produkte, die über den "Do-it-yourself"-Bereich und vergleichbare Absatzmärkte gehen. Der autorisierte
Parkettleger ist diesem System gegenüber eher zurückhaltend eingestellt. Er favorisiert weiterhin die
vollflächige Verklebung oder bei schwimmender Verlegung zumindest die Verleimung von Nut und Feder.
Wobei es sicherlich auch eine Rolle spielt, ob es sich um Massivparkett oder Mehrschichtparkett (auch als
Fertigparkett bezeichnet) handelt. Massivparkett wird erst durch handwerkliche Arbeiten auf der Baustelle (Kleben,
Schleifen, Oberflächenschutz) zum Endprodukt. Diese Arbeiten sind für die meisten Heimwerker zu schwierig und sind
das Metier des Parkettlegers. Die bedeutendsten Arten von Massivparkett sind Stabparkett und Mosaikparkett. Unter
Stabparkett werden Riemen und Stäbe gefasst. Letztere sind mit einer ringsum laufenden Nut ausgestattet und werden
mit Querholzfedern bei der Verlegung verbunden, die Riemen besitzen angehobelte Nute und Federn. Mit bis zu 22
Millimeter weist Stabparkett eine besonders hohe Strapazierfähigkeit auf. Mosaikparkett besteht hingegen aus etwa
acht Millimeter dicken Lamellen, die durch ein Netzgebinde auf der Unterseite zu Verlegeeinheiten verbunden werden.
Es eignet sich besonders für Renovierungen, da hier meist nur begrenzte Einbauhöhen zur Verfügung stehen.
Da es schwimmend verlegt werden kann und eine werkseitige Oberflächen- beschichtung besitzt, eignet sich
Mehrschichtparkett eher für die Eigenverlegung. Charakteristische Merkmale sind, neben der Oberflächenbeschichtung,
der zwei- oder dreischichtige Elementaufbau sowie die Nut- und Federverbindung. Dabei muss die Nutzschicht aus
Vollholz eine Mindestdicke von 2,5 Millimetern auf- weisen. Darunter verläuft quer die Unterlagsschicht
beziehungsweise Mittellage, etwa aus massiven Nadelholzleisten. Beim klassischen Drei-Schicht-Aufbau sorgt das
Rückzugfurnier als dritte Lage für besondere Formstabilität. Diese Formstabilität ist der Vorteil eines
Mehrschichtparketts gegenüber Massivparkett. Vielleicht ist sie auch ein Grund dafür, dass der Anteil von
Mehrschichtparkett an der Gesamtproduktion bei fast 80 Prozent liegt. Stabparkett und Mosaikparkett haben dagegen
nur einen Anteil von jeweils etwa 10 Prozent. Wobei die Entwicklung eher zu Ungunsten des Massivparketts verläuft.
Dabei hat Massivparkett durch seine dickere Nutzschicht den Vorteil, dass es häufiger geschliffen werden kann. Hat
die oberste Lage beispielsweise eine Stärke von vier Millimetern, so kann der Boden zwei bis dreimal abgeschliffen
werden.
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