| PVC ist ein Material, das sich in vielen Bereichen des täglichen Lebens wiederfindet:
Kreditkarten, Verpackungen, Bedachungen, Fensterrahmen, Rohre, Fugenbänder oder Dachrinnen sind aus PVC - und
eben Bodenbeläge. Was an PVC vor allem auffällt, ist seine Vielseitigkeit. Ob als biegsamer Schlauch oder als
schlagfestes Rohr, ob glasklar oder eingefärbt, ob dünne Folie oder massives Plastisol - der Grundwerkstoff
ist immer PVC. Der Kunststoff zählt mit einem Anteil von 15% zu den wichtigsten Materialien für Bodenbeläge.
PVC-Beläge werden sowohl im privaten Bereich als auch in öffentlichen Gebäuden gerne eingesetzt, weil sie gute
Qualität, leichte Verlegbarkeit und hohe Strapazierfähigkeit zu einem günstigen Preis bieten und sich leicht
reinigen lassen. Zudem sehen sie gut aus, wie man sich anhand der Fotos des PVC-Boden-Herstellers Forbo
überzeugen kann. |
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PVC-Beläge sind aber auch sehr umstritten. Auf der einen Seite gibt es die alten Beläge, die Asbest enthalten
konnten oder die mit giftigen Weichmachern hergestellt wurden. PVC-Beläge der neueren Generation haftet dieses
Negativimage immer noch an, obwohl solche Mängel schon längst behoben wurden. Ein weiteres Vorurteil ist, dass
die Beläge brandgefährlich seien. Zur Ausbreitung von Feuer tragen sie jedoch nicht bei. PVC-Beläge fangen
erst dann an zu brennen, wenn andere Materialien durch die eigene Erhitzung entsprechende Voraussetzungen
schaffen. Auch sind die Dämpfe von brennendem PVC nicht gefährlicher als Forbo, die auch durch das Verbrennen
anderer Materialien entstehen.
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Die Bestandteile eines PVC-Bodenbelags
PVC besteht zu 43% aus Erdöl und zu 57% aus Steinsalz (das ist gewöhnliches Kochsalz). Steinsalz ist
ein Rohstoff, der in der Natur nahezu unbegrenzt zur Verfügung steht. Der Anteil der PVC-Produktion am
weltweiten Erdölverbrauch liegt unter 1%. Die Beanspruchung von Ressourcen durch PVC ist deshalb minimal und
auch der Energieverbrauch bei der Herstellung und Verarbeitung ist sehr gering. PVC-Böden bestehen nicht aus
reinem PVC. Um die gewünschten Eigenschaften zu erhalten, werden dem PVC verschiedene Zusatzstoffe beigemengt.
25% bis 60% des Belages bestehen aus natürlichen Füllstoffen wie Kreide, Quarz, Schwerspat oder Kalkstein.
Weitere Hauptbestandteile sind (ungiftige) Weichmacher, Pigmente und Stabilisatoren. Die Weichmacher machen
den bei Zimmertemperatur eigentlich harten PVC flexibel und dehnbar. Verwendet werden an Weichmachern heute
vor allem DINP (Diisononylphthalat) und Eso (epoxidiertes Sojaöl). Beide Stoffe sind selbst in reiner Form
nicht giftig. Mit Farbpigmenten wird die PVC-Masse eingefärbt und die aufgedruckten Muster gestaltet. Die
Stabilisatoren schließlich verhindern die Zersetzung des PVC's bei hohen Verarbeitungs-Temperaturen. Zudem
werden Gebrauchseigenschaften wie beispielsweise die Witterungsbeständigkeit erhöht. Die heute gebräuchlichen
Stabilisatoren sind Kalzium-Zink und Zinn. Cadmium und Blei werden aus Gründen der Vorsorge schon seit Jahren
nicht mehr eingesetzt.
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Unterschiedliche Herstellung und Ausstattung
PVC-Belag ist nicht gleich PVC-Belag. Es gibt Beläge mit Trägerschicht und ohne Trägerschicht,
geschäumte und kalandrierte Beläge. Bei kalandrierten Belägen unterscheidet man wiederum zwischen homogenen
und heterogenen. Als Trägerschicht dienen beispielsweise Polyestervlies, Glasvlies, Jutefilz oder Korkment.
Ebenfalls mit einer Trägerschicht ausgestattet sind CV-Beläge (Cushioned Vinyls). Diese geschäumten Beläge mit
strukturierter Oberfläche sind weich, fußwarm und dämpfen den Trittschall. Homogene PVC-Beläge sind von
durchgehend gleicher Materialzusammensetzung. Sie können zur Verbesserung der Elastizität und
Trittschalldämmung zusätzlich mit Unterschichten aus Korkment oder PVC-Schaum kaschiert werden. Bei homogenen
Belägen ist die Nutzschichtdicke gleich der Gesamtdicke. Heterogene Beläge bestehen hingegen aus einer
Nutzschicht und gefüllten Unterschichten anderer Zusammensetzung. Die Dicke der Nutzschicht muß mindestens
0,3 mm betragen. Homogene Beläge werden vor allem für hohe Beanspruchungen eingesetzt.
PVC-Beläge sind
nicht atmungsaktiv und laden sich, da sie keine Feuchtigkeit binden können, elektrostatisch auf. Dies ist
schlecht bei Computerräumen und Räumen mit Meßgeräten. Dort müssen leitfähige Beläge verwendet werden. Solche
hochwertigen PVC-Platten stellt man beispielsweise im Pressverfahren her. Dabei werden in mehrstufigen
Produktionsverfahren verschiedene Funktionsschichten verpresst. Kommt es mehr auf das Aussehen als die
Funktion an, gibt es Design-Beläge. Dies sind kleinformatige Platten, die mit Strukturen und Dessins bedruckt
werden. Ob hochwertiger Natur-Look wertvoller Hölzer, edle Steinoptiken oder Fantasiedessins, mit
Design-Belägen lassen sich effektvolle Raumeindrücke erzielen. Darüber hinaus kann man Design-Beläge aufgrund
identischer Belagsdicke beliebig miteinander kombinieren.
Beanspruchungsgruppen für PVC-Bodenbeläge
Nach der europäischen Norm EN 685 wird der Bodenbelag in Beanspruchungsgruppen unterteilt. Die Norm
unterscheidet Bereiche für private, gewerbliche und industrielle Nutzung mit jeweils unterschiedlicher
Beanspruchung.
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| Klasse |
Symbol |
Verwendungsbereich |
Beschreibung |
| Wohnen |
Bereiche, die für die private Nutzung vorgesehen sind |
| 21 |
 |
gering |
Bereiche mit geringer oder zeitweiser Nutzung |
| 22 |
normal |
Bereiche mit mittlerer Nutzung |
| 23 |
stark |
Bereiche mit intensiver Nutzung |
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Gewerblich |
| 31 |
 |
gering |
Bereiche mit geringer oder zeitweiser Nutzung |
| 32 |
normal |
Bereiche mit mittlerem Verkehr |
| 33 |
stark |
Bereiche mit starkem Verkehr |
| 34 |
sehr stark |
Bereiche mit intensiver Nutzung |
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Industriell |
| 41 |
 |
gering |
Bereiche, in denen die Arbeit hauptsächlich sitzend durchgeführt wird
und wo gelegentlich leichte Fahrzeuge benutzt werden |
| 42 |
normal |
Bereiche, in denen die Arbeit hauptsächlich
stehend ausgeführt wird |
| 43 |
stark |
Andere industrielle Bereiche |
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Wie werden PVC-Bodenbeläge verlegt?
PVC-Bodenbeläge lassen sich relativ leicht selbst verlegen. In den meisten Fällen lassen sich
PVC-Beläge sogar problemlos auf dem alten Belag verarbeiten. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass
mancher Altbelag Asbest enthalten kann. Im Zweifelsfall sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Der
Untergrund muss sauber, eben und trocken sein. Wenn der Untergrund nicht eben ist, muß er mit geeigneten
Spachtel- und Ausgleichsmassen planeben gespachtelt werden. Feuchtigkeit von unten muß vermieden werden,
da der Belag wie eine Dampfsperre wirkt. Probleme können insbesondere bei Holzuntergründen auftreten.
Vor der Verarbeitung sollte der Belag sich mindestens einen Tag an das herrschende Raumklima
gewöhnen. Das Gleiche gilt auch für den Kleber, wenn der PVC-Belag verklebt wird. Bis zu einer Raumgröße
von etwa 20 m² können Wohnbeläge lose verlegt werden. Selbst in größeren Räumen reicht es meist aus, die
Kanten nur mit doppelseitigem Klebeband zu fixieren. Von tesa
gibt es sogar ein Verlegeband, das sich rückstandslos wieder entfernen läßt. Es ist somit möglich, PVC-
oder Teppich-Boden auch auf Untergründen zu verlegen, die irgendwann wieder verwendet werden sollen wie
Laminat oder Fliesen.
Beim Verkleben des PVC-Belags mit dem Untergrund muß zwischen Platten- und
Bahnenware unterschieden werden, auch die Wahl des richtigen Klebstoffs ist wichtig. PVC-Beläge werden
überwiegend mit lösemittelfreien, sehr emissionsarmen Dispersionsklebstoffen im einseitigen Auftrag
verklebt. In speziellen Fällen werden auch Reaktionsklebstoffe (z.B. auf nicht saugfähigen Untergründen)
oder stark lösemittelhaltige Kontaktklebstoffe (z.B. bei formvorgebenden Bauteilen/ Sockelausbildungen)
verwendet.
PVC-Beläge sollten immer verschweißt werden. Verschweißung der Fugen schützt den
Klebstoff und feuchtigkeitsempfindliche Untergründe. Dabei unterscheidet man thermisches Verschweißen
und Kalt-Verschweißen. PVC-Beläge ohne Träger und PVC-Verbundbeläge mit Träger auf Korkment oder Schaum
werden thermisch verschweißt. Dabei wird eine Nut ausgefräst, die Schweißschnur eingelegt und zum
Schmelzen gebracht. Beim Kalt-Verschweißen wird das flüssige (kalte) Schweißmittel mit einer Düse in die
Naht gespritzt. PVC-Beläge auf textiler Unterlage und CF-Beläge werden "kalt" und "flüssig" verfugt.
Symbole für Eigenschaften von PVC-Bodenbelägen
Die Eigenschaften von PVC-Belägen werden durch Symbole gekennzeichnet. Die Symbole sind
europaweit gültig.
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antistatisch |
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Elektrisch leitfähig |
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für Stuhlrollen geeignet |
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für Fußbodenheizung geeignet |
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hitzebeständig |
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gegen Mineralöl und Fett beständig |
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