Rauhfaser oder Vliestapete - Welche Tapete darf es sein?
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Zehntausende Tapeten, aber nur ein knappes
Dutzend Sorten
Die Zahl der verschiedenen lieferbaren Tapeten geht in die Zehntausende. Es ist also gelinde
ausgedrückt nicht immer leicht, aus der Flut der verschiedenen Muster, Farben und Sorten die richtige, ideal zum
Wohnraum passende "Wandbekleidung" zu finden. Dennoch sollte man alle paar Jahre im Fachgeschäft zu den
Tapetenbüchern greifen, um der Wohnung oder dem Haus wieder zu einer respektablen, sauberen und frischen Optik im
Innern zu verhelfen. Und so unterschiedlich die verschiedenen Tapeten auch auf Sie wirken mögen: Der Fachmann
unterscheidet grundsätzlich nur ein knappes Dutzend "Sorten".
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Die Rauhfasertapete
Der Klassiker ist die
Rauhfasertapete. Sie besteht aus einem sogenannten "Ingrain-Papier", das aus drei Schichten aufgebaut ist: Auf das
grobe Unterpapier werden unterschiedlich große Holzspäne aufgebracht, die es in verschiedenen Strukturarten von
fein bis grob gibt und denen die Tapete ihr typisches Äußeres verdankt. Zuoberst kommt noch das glatte Oberpapier.
Damit ist die gern gekaufte, ungestrichene Rauhfasertapete schon fertig. Es gibt allerdings noch verschiedene
Varianten, bei der das Ingrain-Papier direkt nach der Produktion maschinell gefärbt wird. Das Resultat sind
meistens besonders strapazierfähige, abwaschbare Tapeten. Der Vorteil beider Varianten: Man kann oft überstreichen
und muß nicht jedesmal neu tapezieren.
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Die Vlies-Tapete
Seit den späten 90-er
Jahren ist die Vlies-Tapete modern geworden. Grundmaterial der Vlies-Tapete sind Textil- und Zellulosefasern,
daneben Farbpigmente, Druckfarben und von Fall zu Fall auch Schäume. Die Vlies-Tapete ist sehr strapazierfähig und
einfach zu verarbeiten, weil die Wand eingekleistert wird und nicht der Tapetenrücken. Die Vlies-Tapete wird
deshalb auch direkt auf der Wand zugeschnitten. Allerdings muß ein stärkerer Kleister genommen werden, da diese
Tapete relativ schwer ist. Dennoch ist die Tapete leicht und gut abziehbar, was spätere Renovierungen enorm
erleichtert. Neutrale, weiße Vliestapeten mit oder ohne Strukturen und Prägungen haben sich zu einer Alternative
zur Rauhfaser entwickelt. Bedruckte Vliestapeten gibt es in hunderten Varianten.
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Die Struktur-Tapete
Ganz ähnlich wie die
Rauhfaser-Tapeten werden die Struktur-Tapeten hergestellt. Waren sie ursprünglich aus Leder, werden Sie heute aus
schwerem, kaschierten und befeuchtetem Papier regelrecht geprägt. Auch hier wird das glatte Oberpapier mit den
verschiedenen Farben bedruckt. Die Auswahl an verschiedenen Farben und Mustern ist riesig. Durch die verwendeten
Papiersorten ist diese Tapete besonders schwer, daher muß sie mit einem speziellen Kleister verklebt werden.
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Die Leimdruck-Tapete
Einen immer noch sehr
großen Anteil am Markt haben die Tapeten, die im sogenannten Leimdruckverfahren hergestellt werden. Man
unterscheidet bei diesem Typ mehrere Untervarianten, die unterschiedlich aufwendig in der Herstellung und damit
auch unterschiedlich teuer sind. Der preiswerteste Typ ist die "Naturell-Tapete", bei der die Papierschicht nur
zu etwa 75 Prozent mit Farbe bedruckt ist. Die Begriffe Decker- bzw. Fond-Tapete bezeichnen komplett bedruckte
Tapeten, die sich lediglich im Druckverfahren unterscheiden. Bei der Relieftapete wird auf die Papierbahn dagegen
eine teigartige Farbpaste aufgetragen. Genereller Vorteil der Leimdruck-Tapeten: Durch die Farbe ist das Papier
gegen Vergilben geschützt.
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Die Textil-Tapeten
Besonders gemütlich
wirken die vergleichsweise teuren Textil-Tapeten. Sie werden hergestellt, in dem ein Gewebe oder einzelne Fäden
auf das oft farbig bedruckte Trägerpapier kaschiert werden. Die Tapeten werden mit gewöhnlichem Kleister
verarbeitet, allerdings müssen sie mit 15 bis 25 Minuten gut drei bis viermal solange einweichen wie "normale"
Tapeten.
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Die Velours-Tapete
Zu den eher
ausgefallenen Tapeten gehören sicherlich auch die Velours-Tapeten. Die meist mit Ranken oder phantasievollen
Blüten bestückten Papierrollen haben eine weiche, fast samtähnliche Oberflächenstruktur. Auf das schwere
Grundpapier wird das gewünschte Muster mit einer Leimfarbe aufgetragen, bevor in einer "Beflockungsanlage" die
Textilfasern aufgebracht werden. Beim Festdrücken der Tapete an der Wand muß man sehr sorgfältig darauf achten,
die weiche Oberfläche nicht zerdrückt wird.
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Die Metall-Tapete
Ganz problemlos
abwaschbar, strapazierfähig und außerdem feuerhemmend sind die Metalltapeten, deren Herstellung relativ aufwendig
ist. Auf den Papieruntergrund werden Aluminium-Folien kaschiert, die dann noch per Kupfer-Tiefdruck veredelt
werden. In einem weiteren Arbeitsschritt wird die Tapete noch geprägt. Ganz glatte Metalltapeten zu verarbeiten
ist hingegen schwierig und erfordert einen absolut sauberen Untergrund, da sich jede Unebenheit genau abzeichnet.
Zum Kleben kommt übrigens nur ein Dispersionskleber in Frage, der auf die Wand, nicht auf die Tapete gestrichen
wird.
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Die Vinyl-Tapete
Hochwasserbeständig,
scheuerfest und gut lichtbeständig - das sind die wesentlichen Eigenschaften der Vinyl-Tapeten. Sie sind
doppelschichtig aufgebaut und bestehen aus dem Papier- oder Gewebeträger und der Vinylschicht. Für die
Oberflächenveredlung kommt nicht nur Vinyl - oder genauer Polyvinylchlorid (PVC) - zum Einsatz, sondern auch
Polymethylmethacrylat oder Polyvinylfluorid. Je nach Produktionsverfahren entstehen Tapeten mit den
unterschiedlichsten Oberflächenstrukturen. Sie sind bestens geeignet für feuchte Räume und Zimmer, deren Wände
häufig gereinigt werden müssen. Einige Vinyl-Tapeten haben eine verglichen mit Papiertapeten etwas reduzierte
Wasserdampfdurchlässigkeit, was sich etwas nachteilig auf das Raumklima auswirken kann. Häufiges Lüften ist dann
zu empfehlen.
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Die Isolier-Tapete
Eine Zeitlang in Mode
war es, die Nischen der Heizkörper mit Isolier-Tapeten zu verkleiden. Diese meistens aus einer dünnen Dämmschicht
und einer darauf aufgebrachten Aluminium-Folie bestehenden "Tapeten" sollen die Wärme der Heizkörper in den Raum
reflektieren und so die Heizkosten senken. Die Redaktion von "baumarkt.de" steht dieser Tapetenvariante jedoch ein
bißchen skeptisch gegenüber. Der Nutzen ist nur gering. Viel sinnvoller ist eine solide Dämmung der Wände mit den
üblichen Materialien.
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